Mediation
Was ist Mediation?
Dieser Begriff stammt aus der englischen Sprache. Wörtlich übersetzt bedeutet "Mediation" Vermittlung. Gemeint ist damit eine konstruktive Gesprächs- und Vermittlungsmethode in Streitfällen. Der Mediator hilft den Konfliktparteien, selbst eine optimale Problemlösung zu erarbeiten. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, von der beide Parteien profitieren, beide als "Sieger vom Platz gehen". Beide sollen das Gesicht wahren können und aus einer so genannten "win-win" Situation wieder einander gegenüber treten.
Mediation an der LIPSCHULE
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Unsere Schule ist ein Ort der ganzheitlichen Förderung, wo Methoden- und Lernkompetenz, Arbeits- und Selbstkompetenz, Kommunikations- und Kooperationskompetenz vermittelt und gelernt und nicht nur reines Wissen und Information weiter gegeben werden. Aus unserer Sicht ist es notwendig, dass die Jugendlichen in der heutigen Zeit eine ausreichende Unterstützung und Stärkung der Sozialkompetenz erhalten, um auch im Falle eines Konfliktes angemessen zu reagieren.
In der Praxis umgesetzt heisst das:
Die Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarklasse befassen sich im Wahlfach mit den unterschiedlichsten Formen der verbalen und nonverbalen Verständigung. Die Kommunikationstheorie wird in der Gemeinschaft erarbeitet und untermauert. Dabei nimmt unser tägliches Verhalten (u.a. auch das Konfliktverhalten) eine wichtige Rolle ein.
"Problems are our friends."
Alle Beteiligten (inkl. Lehrpersonen) erkennen, dass Konflikte etwas ganz Normales im Zusammenleben sind, grundsätzlich positiv zu betrachten und eine Chance zur Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen sind. Nicht der Konflikt an sich ist das Problem, sondern wie wir damit umgehen.
Die Ausbildung zu Streitschlichern
Die erarbeiteten Grundlagen helfen bei der Ausbildung der Streitschlichter. Während 40 Lektionen pro Semester lernen alle Schüler und Schülerinnen die wichtigsten Merkmale im Umgang mit Konflikten kennen. Dabei werden u.a. folgende Fragestellungen/Inhalte diskutiert und dokumentiert:
- Sinn und Zweck einer konstruktiven Konfliktlösung
- Was ist ein Konflikt?
- Wie wird er ausgelöst?
- Wie enden Konflikte?
- Welche Gefühle kennen wir? Wie erkenne ich diese?
- Welche Vorurteile habe ich gewissen Personen gegenüber?
- Fähigkeiten und Voraussetzungen von Streitschlichtern.
- Der Schlichtungsablauf
- Vor- und Nachteile, wenn Lehrpersonen oder Jugendliche schlichten
- Supervision für Streitschlichter
Unsere ausgebildeten Streitschlichter
Die Ausbildung zum Streitschlichter umfasst 1-2 weitere Wochenstunden. Dabei üben die Interessierten wöchentlich in Rollenspielen die verschiedenen Verhaltensweisen als Streitschlichter, aber auch als Konfliktpartei. Zur theoretischen Weiterbildung werden erweiterte Bausteine diskutiert und erarbeitet. Die Themen umfassen folgende Bereiche:
- Ich-Botschaften formulieren
- Aktives Zuhören
- Selbstbehauptung
- Feedback
- Regelmässiges Training als Streitschlichter/in
Sechs Jugendliche haben diese Ausbildung abgeschlossen und sind diplomierte Streitschlichter. Ihre Aufgabe besteht darin, die Konfliktkultur an unserer Schule den anderen Jugendlichen durch vorbildliches Verhalten und Handeln weiter zu geben. Selbstverständlich helfen sie in Konfliktsituationen Lösungen/Vereinbarungen zu erarbeiten. Die Streitschlichter unterstützen die Konfliktparteien im Suchen einer Lösung. Dabei bleiben sie neutral. Sie strukturieren den Verlauf und benutzen dabei eine Vielzahl von Methoden, um die Konfliktbearbeitung und Problemlösung voranzutreiben.
Was ist Streitschlichtung?
Der Streitschlichter unterstützt die Konfliktparteien im Suchen einer Lösung. Dabei bleibt er neutral. Er strukturiert den Verlauf und benutzt dabei eine Vielzahl von Methoden, um die Konfliktbearbeitung und Problemlösung voranzutreiben. Zu den wichtigsten gehören: aktives Zuhören, Vertraulichkeit wahren, zu Ich-Botschaften anleiten.
Das Schlichtungsgespräch
1. Einleitung
Der Streitschlichter sorgt dafür, dass das Gespräch in einer wohltuenden, vertraulichen und zukunftsorientierten Atmosphäre stattfindet. Es werden organisatorische Fragen geklärt und auf die wichtigsten Grundregeln aufmerksam gemacht: Fairer Umgangston, einander ausreden lassen, Streitschlichter sind verantwortlich für den Ablauf und nicht für die erarbeiteten Lösungen.
2. Sichtweisen der einzelnen Konfliktparteien
Nacheinander erklärt jede Konfliktpartei ihren Standpunkt, wobei der Streitschlichter aufmerksam zuhört, allenfalls Fragen stellt und das Gehörte nochmals zusammenfasst.
3. Problemlösung
Aufgetretene Missverständnisse und Probleme werden geklärt. Tiefere Bedeutungen, verborgene Gefühle und Hintergründe werden gemeinsam erläutert, um gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und gemeinsame Interessen hervorzuheben. Anschliessend werden Lösungsvorschläge gesammelt, diskutiert und notiert.
4. Einigung auf Lösungsvorschläge
Die Konfliktparteien einigen sich auf Lösungen, die sie beide akzeptieren. Sie regeln alle Fragen, die mit der Überprüfung und eventuellen Überarbeitung der Lösungen zu tun haben. Die Beteiligten unterschreiben die Vereinbarungen..
Unser Angebot
Schulmediation kann verschieden integriert werden. Wir bieten dabei Folgendes an:
- Informationsveranstaltung
- Mediation zu Konflikten im Umfeld Schule, z.B. Vermittlung zwischen Lehrpersonen, im Team, Lehrpersonen und Eltern, Eltern und Behörden/Schulleitung, Eltern und Lehrpersonen, Lehrpersonen und Schulleitung/Behörden, Elternverein und Behörden, Schulleitung und Kinder/Jugendliche, Behörden und Angestellte, etc.
- Durchführung einer pädagogischen Weiterbildung für Lehrpersonen, Schulleitung, Erziehende, Eltern, Behörden
- Begleitung zur Einführung einer konstruktiven Konfliktkultur in der Klasse, im Schulhaus, in der Schulgemeinde
- Einführung und Begleitung zur Entwicklung eines Gesamtkonzeptes zur konstruktiven Konfliktkultur
Weitere Einsatzmöglichkeiten der Mediation
Grundsätzlich ist diese Gesprächs- und Vermittlungsmethode in vielen Bereichen einsetzbar, in denen Konflikte auftreten. Unsere Mediationstätigkeiten umfassen:
- Familienmediation im familiären Beziehungskontext: Partnerschaften, unverheiratete Eltern, nicht-eheliche Lebensformen, verheiratete, getrennte, geschiedene Eltern, Alleinerziehende, Zweitfamilien, Stieffamilien, Pflegefamilien und leibliche Eltern, Adoptiveltern und leibliche Eltern, Eltern und Jugendliche
- Nachbarschaftsmediation: Mietverhältnisse, Stockwerkeigentümer, Lärmbelästigungen
- Sportmediation: Konflikte zwischen Athleten, Vereinen, Sponsoren, Veranstaltern, Verbänden
- Mediation im öffentlichen Bereich wie Verwaltung, Spital etc.
Die Verwendung der männlichen Schreibweise von `Streitschlichter` beinhaltet auch die weibliche Form.
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